♥ meine Story ♥

Ich weiß selbst nicht genau, wann es angefangen hat, dass ich mich für zu fett gefunden habe. Es war immer da, denke ich.

Ich komme aus einer ziemlich perfekten Familie. Vater, Mutter, einen Bruder, zwei Schwestern. Nicht grade arm. Bei meinen Geschwistern fängt es schon an. Mein Bruder ist der Älteste und kann vieles ziemlich gut. Er ist der einzige Sohn meiner Mutter, und sie liebt ihn sehr.

Meine große Schwester kann alles besser als ich. Sie hat die besseren Noten, die bessere Haut, ist sportlicher, schöner, dünner, ehrgeiziger, zuverlässiger, ordentlicher, verantwortungsbewusster. Ich weiß nicht, ob ich eifersüchtig auf sie bin, aber vielleicht schon.

Meine kleine Schwester bekommt was sie will. Sie ist die kleine süße, niedliche, hübsche mit den blauen Augen und den blonden Haaren. Sie ist sooo talentiert! Und wenn sie mal was anstellt oder kaputt macht, kann sie da ja nichts für, sie weiß es ja nicht besser. Außerdem ist sie doch noch so klein. 

All dies hat schon immer auf mir gelastet. Was kann ich denn schon großartig?, habe ich mich immer gefragt.

Vor über einem Jahr hab ich dann von der Scheidung meiner Eltern erfahren. Natürlich hatte ich gemerkt, dass sie sich immer gestritten haben und so, und ich hatte gefleht, dass irgendwas passiert. Damit es aufhört meine ich. Passiert ist was. Aber aufgehört zu streiten haben sie nicht.

Zu der Zeit hatte ich auch viel Stress mit meiner damaligen
besten Freundin, Sie hatte sich so verändert, war so schlecht gelaunt, und dann hatte sie diese Figur, sie war so dünn!

 

Ich wollte auch abnehmen.  Eine gute Freundin von mir vertraute mir an, dass sie das auch wollte. Wir begannen, näher in Kontakt zu treten und merkten schnell, dass wir seelenverwandt waren, und praktisch die gleichen Probleme hatten. Schlechte Haut, wir waren fett, wir suchten nach Anerkennung. Schnell wurde aus unserem Vorhaben Abnehmen, das Verlangen, magersüchtig zu werden. Ich nahm nicht so viel ab, wie meine Freundin, sie war letztendlich sogar in Behandlung.

Irgendwann redete ich mit meiner Mutter. Sie hatte bemerkt, dass ich abgenommen hatte, und als ich ihr erzählte, was los war (wobei ich ihr nur sagte, dass ich mich zu fett fühlte), gelang es ihr irgendwie mich umzustellen. Dann kaufte sie mir noch 2 Katzen, um mir zu zeigen, dass sie mich liebt.

 Auch meine Freundin, die inzwischen meine beste geworden war (mit meiner alten hatte ich abgeschlossen), hörte auf zu hungern. Wir beschlossen, die Schule zu wechseln, um unsere Vergangenheit zurück zu lassen.

Aber die Magersucht ließ mich nie los, ich startete heimlich immer wieder Versuche, mal mit, mal ohne meiner besten Freundin, aber nie richtig heftig.

Ich wünschte mir, in eine Magersuchtsklinik eingewiesen zu werden, ich fühlte mich so schrecklich, hasste mich, ritzte mich heimlich, wollte endlich von jemanden verstanden werden, der mir helfen konnte. Aber es kam niemand. Und meiner Mutter wollte ich mich nicht mehr anvertrauen. Sie hätte mich doch nur gebeten aufzuhören, und mir vielleicht noch eine dritte Katze geschenkt.

Anfang diesen Jahres fühlte ich mich auf einmal besser. Ich dachte, jetzt habe ich es geschafft und war zum ersten mal nach langer Zeit wieder glücklich. Am liebsten hätte ich die ganzen schwarzen Sachen aus meinem Kleiderschrank verbannt. 

Aber auch diese Phase hielt nicht an. Der Sommer rückte näher, alle holten ihre kurzen Sachen heraus und präsentierten ihre wunderbare reine Haut und ihre perfekten Figuren. Und ich? Dank meiner Akne konnte und kann ich nicht ohne Pony und in Tops rumlaufen. Und meine Beine.... viel zu fett!

 Meiner Freundin ging es ähnlich, und so haben wir beschlossen, wieder abzunehmen, um schöner zu werden. Und vielleicht auch endlich mal anerkannt, und von anderen begehrt.

Wir werden es schaffen! 

1 Kommentar 22.5.08 17:18, kommentieren